Behördlicher Machtzuwachs

29.05.2019

Behördlicher Machtzuwachs

Teilrevision Energiegesetz des Kantons Aargau

(mm) Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat im Mai die Botschaft zur Teilrevision des kantonalen Energiegesetzes veröffentlicht. Bezüglich staatlicher Eingriffstiefe, behördlichem Machtzuwachs und Reduktion von Freiheiten für Haushalte betritt der Kanton Aargau Neuland.
Ziel der Vorlage ist es, den CO2-Ausstoss im Gebäudebereich zu reduzieren. Ein Teil der vorgeschlagenen Massnahmen dürfte durchaus geeignet sein, dieses Ziel zumindest teilweise zu erreichen. Das weiss man allerdings erst, wenn die Massnahmen ergriffen worden sind, die Auswirkungen gemessen, in Vergleich zum Zustand ante gesetzt und ausgewertet worden sind.

Zwang statt Wahlfreiheit

Mit der Reduktion von CO2 dürfte aber ein Mehrverbrauch an Ressourcen einhergehen und die Umwelt anderweitig belasten. Je enger die Anzahl zugelassener Systeme, desto eher werden Systemgrenzen erreicht. An sich sinnvolle Einzelmassnahmen können sich in einem erweiterten Kontext als nachteilig erweisen. So vergrössert ein grossflächiger Einsatz von Heizungswärmepumpen die Stromlücke im Winter, was den Import von Strom aus wenig sauberen Quellen begünstigt. Mehr Holzfeuerungen anstelle von Ölfeuerungen mag die CO2-Bilanz verbessern, emittiert aber mehr Feinstaub. Ein behördlich festgelegter hoher Biogasanteil erhöht grundsätzlich den Druck auf Flächen für die Nahrungsmittelproduktion. Bivalente Energiesysteme sind in Installation und Betrieb üblicherweise komplexer als monovalente, was das Schadenpotenzial in der Gebäudetechnik tendenziell erhöht.
Systeme ohne ökologischen Fussabdruck gibt es nicht.

Zurück zur Subsistenzwirtschaft

Der Zwang, dass bei Neubauten neu ein Anteil Strom selbst erzeugt werden soll oder entsprechende Anteile zu erwerben sind, ist ein Rückfall in die Subsistenzwirtschaft. Er widerspricht einer arbeitsteiligen, liberalen Ordnung, deren Grundlage der Austausch von Gütern und Dienstleistungen mündiger Menschen auf freiwilliger Basis ist. Vertragsfreiheit, Effizienz und Wahloptionen bleiben auf der Strecke. Mit dem Obligatorium des Gebäudeenergieausweises in bestimmten Fällen verschaffen sich der Kanton und zugewandte Orte garantiertes Beschäftigungsvolumen und Privilegien gegenüber Akteuren, die sich in weniger regulierten Märkten bewegen.

Adresse

HEV Aargau
Stadtturmstrasse 19
5401 Baden

Situationsplan

Schalteröffnungszeiten

Montag bis Freitag

08:00 bis 12:00 Uhr
13:15 bis 17:00 Uhr  

Kontakt

Telefon: 056 200 50 50
Telefax: 056 222 90 18
08:30 bis 12:00 Uhr 
13:30 bis 16:30 Uhr 
E-Mail an HEV-Aargau

 

© Copyright 2019, HEV Aargau